Pressemitteilung Landratsamt Hof " Giftpflanzen sind keine Monster"

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Großer Zuspruch für Vortrag im Helmbrechtser Kreisel: Giftpflanzen sind keine Monster

 

Etwa 80.000 Kinder bis 14 Jahre vergiften sich jährlich und am häufigsten sind 2-3 Jährige betroffen. Glücklicherweise sind die meisten Vergiftungsunfälle nicht lebensbedrohlich, die Folge der Aufnahme bestimmter Pflanzen ist oft Übelkeit und Erbrechen.

Bei einem gut besuchten Vortrag im "Helmbrechtser Kreisel" zu dem das Kreisjugendamt Hof eingeladen hatte, konnten Tagesmütter und -väter ihr Wissen über Gift(Pflanzen) in Haus und Garten auffrischen. Wichtig war der Referentin, Sozialpädagogin Petra Quilitz, die auch die Qualifizierungen von Tagesmüttern und -vätern durchführt, dass Giftpflanzen eben oft auch Heilpflanzen und keine Monster sind.

„Ich beobachte, dass junge Eltern in ihrem Garten am liebsten alles rausreißen würden, damit ja nichts passiert. Aber gerade auch Kinder können lernen, dass man nicht einfach so jede Beere in den Mund steckt“, so Quilitz. Die Menschheit habe im Laufe der Zeit gelernt, mit Giftpflanzen umzugehen, ihre Wirkung in der richtigen Dosis zu nutzen oder sie durch Verarbeitung genießbar zu machen. Als Beispiel nannte die Referentin die Früchte des Holunder, denen man viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zuspreche, die aber nur im gekochten Zustand verträglich seien.

Es sei nicht notwendig, alle Pflanzen im heimischen Garten zu entfernen, die Vergiftungen verursachen können.  „In einer DIN Verordnung für "Spielplätze und Freiräume zum Spielen" sind nur vier Giftpflanzen aufgelistet, die nicht im Bereich von Spielplätzen oder ähnlichen Anlagen gepflanzt werden dürfen“, informierte die Sozialpädagogin. Genannt seien hier der Goldregen, das Pfaffenhütchen, der Seidelbast und die Stechpalme, auch wenn es noch einige andere Pflanzen gibt, die ernste Vergiftungen hervorrufen können.

„Erziehungspersonen sollten Kindern grundsätzlich einen achtsamen Umgang in der Natur und mit allen Pflanzen lernen und vorleben“, so lautete der Rat der Expertin an die Tageseltern. Bei Krabbel- und Kleinkindern helfe es, sich das Umfeld aus der Perspektive des Kindes zu betrachten, Gefahrenquellen in erreichbarer Nähe zu entfernen und die Kleinen nicht in der Nähe stark giftiger Pflanzen spielen zu lassen. Vorschulkinder müssen an feste Regeln  gewöhnt werden, wie zum Beispiel dass beim Pflücken von Beeren immer ein Erwachsener dabei sein muss. Schulkinder könnten über Pflanzenkunde den Umgang mit heimischen Giftpflanzen lernen.

 

Was tun bei Verdacht auf Vergiftungen?

 

Wenn es doch zu einer Vergiftung gekommen sein sollte, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und abgesehen von der bekannten Notrufnummer 110, die Telefonnummern des Giftnotrufs in Nürnberg oder München greifbar zu haben und diese anzurufen:

0911-3982451 oder 089-19240

Dort erhält man 24 Stunden am Tag eine kostenlose Auskunft, wie das Gift wirkt und welche Gegenmaßnahmen zu ergreifen sind. Wichtig ist hier, die Pflanze genau zu beschreiben (Aussehen, Standort, Form, Größe, Anordnung der Blätter, Farbe, Blüten, Früchte).

Pressestelle

Hof, den 29.08.2017

 

Franz

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